Mein Xiaomi Mi Band Pulse Test

Mi Band Pulse Test

Ist das Xiaomi Mi Band Pulse eine Alternative zu  Premium Fitness Armbänder?

Das Xiaomi Mi Band wurde mit einem Pulsmesser aufgewertet und ist ein aus China stammendes Fitness Armband, welches im Vergleich zu anderen vergleichbaren Fitness Armbändern unglaublich günstig ist.

Nach dem ich immer wieder von dem günstigen Mi Band gelesen habe, dachte ich mir, dass es nichts schaden würde sich selbst ein Bild zu machen. Insbesondere, nach dem das Mi Band mit einem Pulsmesser aufgewertet wurde, schien mir das Fitness Armband zu einem Preis von unter 35 EUR geradezu ein Schnäppchen zu sein.

Ob das Xiaomi Mi Band Pulse tatsächlich eine Alternative zu den Premiummodellen von Fitbit, Jawbone und Co. ist, erfahrt ihr in meinem Test.

Das Fitness Armband wurde von der chinesischen Firma Xiaomi entwickelt, die vor allem im Bereich der Smartphones zu den weltweit führenden Herstellern zählt.

Das ursprüngliche Mi Band kann man für 99 Yuan umgerechnet rund 14 Euro preisgünstig erwerben.

Dieser günstige Preis hat dafür gesorgt, dass sich der Fitness Armband weltweit bereits millionenfach verkauft hat. Hier in Deutschland ist das Mi Band bereits für unter 20 Euro und das Mi Band Pulse für unter 35 EUR bei Amazon erhältlich; ein absoluter Spottpreis.

Ich habe es auf Amazon bestellt und versandt wird es ausschließlich aus China. Erfreulicherweise erhielt ich es innerhalb von 14 Tagen. Mit 35 EUR ist der Tracker unglaublich günstig. Kann aber solch ein preiswerter Tracker überhaupt richtig funktionieren?

Hier sind meine Erfahrungen:

Das Armband kam in einer netten kleinen Verpackung an. Wie fast nicht anders zu erwarten, war die Anleitung auf Chinesisch. Da ich nur Mandarin beherrsche tat ich mich etwas schwer beim übersetzen (Joke!).

Mi Band Pulse

Nein im ernst, ich habe mir im Google Play Store die Mi App heruntergeladen, installiert und mich bei Mi registriert. Alle Schritte sind verständlich beschrieben, jedoch auf englisch.

Was sich so leicht anhört, hat mich dann doch etwas Zeit gekostet, denn man hat die Wahl zwischen einer Registrierung per Mail oder per SMS.

Ich hatte mich zunächst für die E-Mail Variante entschieden, bin aber gescheitert. Mit der Registrierung per SMS habe ich dann drei Anläufe gebraucht, bis es geklappt hat und ich das Fitness Armband mit dem Smartphone über Bluetooth verbinden konnte. Zur App komme ich später.



Mi Band Pulse: Das Design  
Das Xiaomi Mi Band Pulse ist beinahe baugleich mit dem Original Mi Band. Das kleine ovale Modul mit seiner matten Oberfläche kann mit anders farbigen Armbändern aus Gummi kombiniert werden.

Entscheidet man sich nicht für ein schwarzes, sondern für ein farbiges Armband, kostet dieses entsprechend mehr.

In Deutschland stehen momentan drei verschiedene Farben zur Auswahl. Alles in allem ist das Fitness Armband eher unauffällig und kann zu jedem Outfit gut getragen werden. Silikon, Kunststoff und Aluminium sind die vorherrschenden Materialien, aus welchen das Armband gefertigt wurde – im Gesamteindruck entsteht für mich ein durchaus wertiges Bild.

Das Armband, welches acht verschiedene Einstellungen für unterschiedlich große Handgelenke bietet, besteht aus Silikon – bei sportlicher Betätigung ideal. Auch der Verschluss lässt sich problemlos schließen und hält absolut sicher.

Was fehlt ist ein Display. Lediglich drei LED Lampen geben Auskunft darüber, wie weit man von seinem Tagesziel noch entfernt ist. So ist es also nicht möglich, zwischendurch seine aktuellen Daten oder die Uhrzeit direkt abzulesen, wie es etwa bei Modellen von Garmin der Fall ist.

Vom Design her erinnert das Xiaomi Mi Band Pulse etwas an den Misfit Shine, ebenfalls ein beliebtes Fitness Armband.

Das mangelnde Display macht das Mi Band vor allem durch die einfache und simple Bedienung wett.



Das Fitness Armband ist nach IP67 zertifiziert und somit bis zu einem Meter wasserdicht, somit kann man diesen Tracker nicht nur unter der Dusche verwenden, auch Schwimmen ist mit dem Tracker kein Problem. Lediglich auf tiefe Tauchgänge sollte man verzichten.

Darüber hinaus ist dieses Armband so leicht, dass man es am Handgelenk kaum bemerkt; im Alltag hat mich das Mi Band kaum gestört.

Mi Band Pulse: Das Tracking
Das Mi Band Pulse zeichnet die zurückgelegten Schritte ebenso auf wie die dabei zurückgelegte Distanz. Auch die verbrauchten Kalorien werden einem angezeigt.

Die aktive Zeit wird genau ausgewertet; diese lassen Sie sich anschaulich in Graphiken – entweder täglich, wöchentlich oder monatlich – anzeigen.

Im Vergleich zu meinem Fitbit Flex konnte ich keine nennenswerte Unterschiede bei der Zählung von Schritten feststellen.

Allerdings werden die Kalorien anders gezählt.

Mi Band Tracking

Das Mi Band ermittelt nur die Kalorien der tatsächlichen Aktivitäten, während zum Beispiel die Fitbit Fitness Armbänder den gesamten Kalorienverbrauch des Tages berechnen, also Grundumsatz plus Verbrauch durch Aktivitäten.

Lieder ist es nicht möglich separate Aktivitäten zu tracken, wenn man das Armband während des Sports nicht tragen darf.

Leute die mit einem Fitness Armband abnehmen möchten, in dem sie den Kalorienverbrauch der Kalorieneinnahme gegenüberstellen, kommen mit dem Mi Band auch nicht weiter.

Auch in diesem Punkt sind die Tracker aus dem Hause FitBit deutlich empfehlenswerter und genauer.

Das Schlaftracking hingegen, also die Aufzeichnung des Schlafrhythmus, funktioniert mit diesem Modell erstaunlich gut. Die automatische Schlaferkennung sagt einem ziemlich genau, wann man eingeschlafen und auch wann man wieder aufgewacht ist. Auch kann man sich durch ein leichtes Vibrieren vom Armband wecken lassen. Drei verschiedene Alarme lassen sich einprogrammieren.

Mi Band Schlaf Tracking

Eine weitere tolle Funktion des Xiaomi Mi Band Pulse ist, sich über eingehende Anrufe informieren zu lassen. Das geht jedoch nur, wenn man eine Bluetoothverbindung zum Smartphone eingerichtet hat.

Wenn ein Anruf eingeht, erkennt man dies an einer leichten Vibration des Trackers. Die Wartezeit lässt sich zwischen drei und 30 Sekunden individuell einstellen.

Falls man ein Smartphone aus dem Hause Xiaomi besitzt, hat man weiterhin die Möglichkeit, dieses über das Fitness Armband zu entsperren. Einzige Voraussetzung: Beide Gerät dürfen sich maximal zwei Meter voneinander entfernt befinden. Die Eingabe eines Passwortes am Smartphone wird so überflüssig.

Xiaomi Mi Band Pulse: Die Herzfrequenzmessung

Was aber unterscheidet dieses Fitness Armband von Konkurrenzmodellen: Hier ist in erster Linie der neue optische Herzfrequenzsensor erwähnenswert, da es eine photoelektrische Lichtwahrnehmung verwendet.

Auf dieses Feature hatte ich mich am meisten gefreut. Was ich jedoch überlesen habe war, dass das Mi Band Pulse nicht permanent den Puls misst. Dies könnte jedoch mit einem Firmware Update in Zukunft geändert werden.

Gespannt war ich, wie  akkurat der Puls gemessen wird.

Dazu habe ich mit einer 16 Kg Kettlebell 100 Swings durchgeführt. Meinen Puls habe ich unmittelbar danach klassisch an der Halsschlagader mit 120 Schlägen gemessen. Aber selbst ohne diese Messung war mein Puls spürbar höher als mein Ruhepuls.

Um den Puls mit dem Mi Band zu messen muss man im Menü der APP auf Pulsmessung gehen und Puls messen klicken.

Ich habe drei Messungen hintereinander gemacht und das Fitness Armband jeweils in eine neue Position am Handgelenk verschoben. Resultat: alle drei waren Messungen lagen deutlich unter dem manuell gemessenen Wert.

Zwei Tage später habe ich nochmals zwei Messungen am anderen Handgelenk durchgeführt. Einmal vor dem Training und einmal unmittelbar danach.

Davor lag die Herzfrequenz bei 86 und unmittelbar nach dem Training bei 64! – Verkehrte Welt und für mich daher unbrauchbar. Hier findest Du ein besseres Fitness Armband mit Pulsmesser.

Mi Band Puls Messung

Xiaomi Mi Band Pulse: Die App

Auch die Fitness App ist recht einfach und übersichtlich gestaltet; selbstverständlich kann man seine Ergebnisse in sozialen Netzwerken mit anderen teilen.

Die Fitness App ist nicht so motivierend wie bei anderen Fitness Armbändern. Die Funktionen sind ebenfalls nicht so umfangreich wie beispielsweise bei Fitbit. (Siehe meine Erfahrungen mit dem Fitbit Flex).

Dennoch bekommen man auch hier einen kleinen Schubs, wenn man sein vorgegebenes Tagesziel an Schritten nicht erreicht.

Xiaomi Mi Band Pulse: Der Akku

Vergleicht man die Akkuleistung des Xiaomi Mi Band Pulse beispielsweise mit dem Jawbone oder dem Withings, ist diese recht ordentlich.

Wenn man nicht jede Nacht von dem Schlaftracker Gebrauch macht, kann man von einer Akkuleistung zwischen zehn und 14 Tagen ausgehen. Dies ist leider nicht ganz so lange wie beim Vorgängermodell Mi Band; dieser brachte es auf eine Akkuleistung von mehr als 30 Tagen. Dafür kann das Xiaomi Mi Band Pulse nun aber auch die Herzfrequenz messen, was beim Vorgängermodell nicht möglich war.

Der Herzfrequenzmesser befindet sich auf der Unterseite des Gerätes, so dass der Sensor unmittelbar auf dem Handgelenk aufliegt. Das Aufladen erfolgt über einen speziellen USB Adapter, der im Lieferumfang enthalten ist.

Fazit
Alles in allem ist dieses aus China stammende Fitness Armband durchaus eine Alternative zu vergleichbaren Fitness Armbändern, die häufig mehr als 100 Euro kosten. Das unschlagbar gute Preis-/Leistungsverhältnis macht dieses Armband so beliebt.

Wer nur Schritte und Schlaf überwachen möchte, der findet im Mi Band ein günstiges Fitness Armband, das dies zuverlässig macht. Zudem sieht das Gerät recht schick aus, auch wenn es von seinen Funktionen her durchaus noch ausbaufähig ist.

Wer zusätzlich noch den Puls erfassen möchte, sollte sich das wirklich gut überlegen und lieber ein paar Euro mehr in ein Fitbit Charge HR oder Vivo Smart investieren, anstatt den Aufpreis für das Mi Band Pulse zu bezahlen, was dann doch nicht den Puls richtig misst.